Niklashausen / Tauber
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                                   Der Pfeifer von Niklashausen


  

 Relief am Haus des verstorbenen   Heimatforschers Franz Flegler.


Darstellung in der Schedelschen Weltchronik, 1493

Hans Böhm aus Helmstadt, früher auch bekannt als der „Pauker“, verdiente sich als junger Schafhirte in der Umgebung von Niklashausen seinen Lebensunterhalt, außerdem war er durch sein Instrumentenspiel auf bäuerlichen Festen bekannt. Im März 1476 verbrannte er seine Instrumente und erklärte, die Jungfrau Maria sei ihm im Traum erschienen und habe ihm aufgetragen zu predigen. Nirgends sei mehr Heil zu erfahren als hier im Taubertal und alle, die in Niklashausen beteten, sollten den völligen Ablass erhalten. Der Pfeifer wandelte sich in der Folgezeit in ungeahnter Weise zum Anwalt der kleinen Leute, er sprach das aus, was allen auf den Nägeln brannte: Er forderte gleichen Besitz für alle, Verweigerung von Frondienst, Zoll und Zehnten, freie Jagd und freien Fischfang für jedermann.

Nach verschiedenen Zeitberichten sollen im Laufe von mehreren Wochen bis zu 70.000 Wallfahrer in den kleinen Ort im Taubertal gepilgert sein, um sich die sozial-revolutionären Reden des Pfeifers anzuhören. Verständlich, das diese Ereignisse die damaligen Machthaber aufhorchen und handeln ließ.

Nachdem Verbote den Pfeifer nicht von seinem Tun abhalten konnten, schickte Fürstbischof Rudolf von Scherenberg aus Würzburg in der Nacht vor dem Margarethentag (14.Juli)

34 bewaffnete Reiter nach Niklashausen und ließ den Pfeifer gefesselt nach Würzburg bringen, wo er schließlich nach sechstägiger Haft am frühen Morgen des 19. Juli 1476 am Schottenanger als Ketzer und Volksaufwiegler verbrannt wurde. Bis zum Schluss sang er mit heller Stimme Marienlieder. Seine Asche wurde in den Main gestreut.

 

Heute ist die Lebensgeschichte von Hans Böhm in der Pfeiferstube in Niklashausen dokumentiert.


Die Beghardenhöhle

Auf dem Mühlberg liegt die „Beghardenhöhle“, von der man eine herrliche Aussicht ins Taubertal hat. Sie ist über einen kurzen steilen Anstieg beim Pfarrhaus in etwa zehn Minuten zu erreichen oder auf einem ebenen Weg vom Parkplatz in der Würzburger Straße aus in etwa einer Viertelstunde.

In ihr soll nach der Überlieferung ein Einsiedlermönch, ein Begharde, gehaust haben, der den Pfeifer in vielen Einzelheiten beraten und unterstützt haben soll.